„Einmal durch die Hölle bitte!”

Ein höllisch schönes Wochenende vom Eibsee über die Höllentalklamm zum Riffelkopf

Am Anfahrtstag kamen wir sehr spät in Kochel am See in der Jugendherge Seeblick an.
Trotz später Stunde ließen wir uns es nicht nehmen, auf unser kleines Get away mit Sekt anzustoßen.
Am nächsten Morgen erwartete uns ein ganz liebevoll hergerichtetes Frühstücksbuffet mit viel frischem Obst. Gestärkt fuhren wir zum Eibsee, an dem unsere Rundwanderung beginnen sollte.


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Vom Eibsee zur Höllentalklamm bei Hammersbach

Unsere Trekkingtour startete mit einer Abkühlung im kristallklaren Eibsee bei Grainau am Fuße der Zugspitze. Zwei von unserer Gruppe ließen es sich bei den heißen Temperaturen nicht nehmen und gingen samt Kleidung ins Wasser, um sich mit einigen Schwimmzügen zu erfrischen.

Pünktlich zur Mittagszeit waren wir zurück am Parkplatz, um uns noch einmal zu stärken. Bis zum nächsten Tag sollte es anstrengend, aber wunderschön zugleich werden. Wir überprüften noch einmal, ob wir auch wirklich alles hatten, was wir benötigten. Sattelten anschließend unsere Rucksäcke auf und begannen unseren Tal gegebenen Weg nach Hammersbach.

Von dort aus stiegen wir durch schattige Waldpfade zur Höllentalklamm auf. Wir kamen an ehemaligen Bachläufen vorbei, die spannende Strukturen im Boden hinterließen, stießen auf eine kleine aus Naturmaterialien gebaute Schutzhütte und den aus Holz geschnitzten „Mandle Brunnen”, der erfrischendes Quellwasser für uns bereithielt.


Höllentalklamm

Wir erreichten den Eingang zur Höllentalklamm und bestellten an der Kasse “einmal durch die Hölle bitte”. Ab sofort war dieser Satz der Running Gag, der unsere Tour begleitete.

Der Name Höllental

stammt tatsächlich aus dem Gebrauch des Wortes aushöhlen.

Die harten Muschelkalkschichten, die sich während der mittleren Triaszeit vor ca. 240 Millionen Jahren am Meeresboden absetzten und später während der Alpenbildung gefaltet wurden, wurden im Laufe der Jahre von Regen und Schmelzwasser des Hammersbachs in der typischen Klammformation tief eingeschnitten und ausgehöhlt.

Alte Ruinen des Bergwerks

Die alten Ruinen lassen noch heute das Bergwerk aus dem 19. Jahrhundert erkennen, in dem Bleierze gewonnen wurden.

Nachdem das Bergwerk im Ersten Weltkrieg unter das Militär geriet, da es den kriegsentscheidenden Rohstoff Molybdän als Stahlveredler bereitstellte, wurde es letztendlich 1925 aus Gründen der Unwirtschaftlichkeit zwangsversteigert.
Schon früh erkannte man den Tourismus. Nach 4 Jahren Bauzeit wurde am 15.08.1905 die Höllentalklamm eingeweiht.

Quelle: hoellentalklamm-info.de


Das Durchschreiten der Klamm ist ein absolutes Abenteuer.

Wir wurden über Holzbrücken, beleuchtete Tunnelsysteme und Steinstufen an unzähligen Wasserfällen mit bergklarem Schmelzwasser vorbeigeführt.

Immer wieder kommen wir ins Staunen und wurden von einer wechselnden Briese aus Abkühlung und tropischen Klima empfangen. Es gibt kaum Worte, welche die Schönheit dieser Naturgewalt erfassen könnten.
Es muss einfach selbst erlebt, gesehen und gespürt werden.


Noch total beeindruckt merken wir nur langsam, dass wir beim weiterem Aufstieg die Höllentalklamm hinter uns gelassen haben. Wir trafen auf Schafe, die entweder den Weg frei machten oder ihn versperrten.
Letzteres war definit sehr lustig. Denn, beim Abklatschen im Ziel an der Höllentalangerhütte kamen zwei von den Frauen sofort im Ziel an. Letztere Dame war eher zögerlich, da sie beim Hinweis des Innehaltens und das Gefuchtel mit den Händen eher als Bedrohung der Schafe, die ihr hätten folgen können, interpretierte, anstatt kurz anzuhalten und den Moment des Ziels zu verinnerlichen. Wir verstanden in dem Moment natürlich nicht, weshalb sie vorsichtig um sich herumschaute, anstatt auf uns zuzulaufen. Erst am Ende erfuhren wir, dass Schafe ihren Weg versperrten und sie nicht vorbeiließen.


Höllentalangerhütte

Nachdem jede ihr Plätzchen auf der Hütte gefunden hatte, alles gerichtet war und trockene Kleidung angezogen wurde, ließen wir den Abend gemütlich ausklingen.
Die Nacht war weniger erholsam. Wir schliefen (da die Buchung recht kurzfristig war) mit vielen Männern in einem Raum, weit weg vom Fenster, das Frischluft bot und ganz oben an der Wand zu den Bädern. Warum auch immer wurden Bleche in die Wand zwischen Bad und Schlafbereich eingesetzt. Diese übertrugen den Schall aus dem Bad natürlich hervorragend. Schnarcher, die auch noch die letzten Bäume fällten und auch durch Ohropax nicht auszublenden waren, machten das Hüttenfeeling perfekt. So war der Schlaf kurz und wir starteten völlig verschlafen später zum Frühstück als angedacht.
Infolgedessen begann natürlich unser Tour-Fortsetzung auch später, so dass wir schon fast der Mittagssonne beim Aufstieg zum Riffelkopf ausgesetzt waren.


Aufstieg zum Riffelkopf

Der Wanderweg von der Höllentalangerhütte über den Riffelkopf bis zum Eibsee wurde mit Schwarz, also schwer, ausgezeichnet, erforderte eine mittlere Kondition bei 890 Hm und dauerte etwa 6 Stunden.
Ausgeschrieben war sie eigentlich bis zur südlichen Riffelspitze, die wir aber rechts von uns liegen ließen und viel mehr den Ausblick auf den Eibsee genossen. Diesen Moment hatten wir uns redlich verdient.

Denn, obwohl einige von uns diese schwere Route nicht gehen wollten, entschieden wir uns dennoch uns vorzutasten und wenn es gar nicht ginge, den Weg des gestrigen Tages wieder zurückzulaufen. Aber so wirklich zurück wollte niemand und ab einem bestimmten Punkt, wäre der Rückweg auch nicht mehr so effektiv gewesen wie der Weg nach vorne.
Über die Leistung, welche die Frauen an den Tag gelegt habe, die so etwas noch nie gelaufen sind, bin ich noch immer schwer beeindruckt. Sie sind wirklich über ihre eigenen Grenzen hinausgegangen.

Hier und da gab es einige leichte Kletterpassagen zu überwinden und es musste mal hier und dort überlegt werden, wo denn nun der optimale Weg ist, um da hochzukommen. Immer wieder hielten wir zwischendrin an, um die Atmung zu regulieren und diese atemberaubende Sicht der Berge zu verinnerlichen.

Die Höllentalangerhütte war nicht mehr zu sehen und öfters dachten wir, nun endlich oben angekommen zu sein. Einige Male jedoch, führte die erreichte Ebene noch ein Stück weiter hinauf.
Aber endlich. Zwei Wanderer vor uns ließen erkennen, dass sie oben angekommen sind. Sie gingen rechts weg, zur Südlichen Riffelspitze, die wir uns jedoch sparten.

Die Fernsicht über die Alpen und der unter uns liegende Eibsee, in dem wir am Tag zuvor noch schwammen und hinauf blickten zu dem Punkt, an dem wir nun standen, war einfach atemberaubend. Die Anspannung und die Strapazen, die hinter uns lagen fielen einfach ab und Entspannung trat ein.
Auf der weichen Wiese des Riffelkopfes spannten wir uns das Regencape als Sonnenschutz auf und genossen unsere Brotzeit.


Hinter uns tat sich Nebel auf.
Leider bzw. auch nicht leider.

Aus der Erfahrung heraus kann es mit Nebel am Berg sehr ungemütlich werden, da er die Sicht extrem einschränken und zur Gefahr werden kann.

Da ich die Entwicklung des Nebels nicht voraussehen konnte und ich wusste, dass wir noch einen Abstieg zu meistern hatten, hielt ich die Gruppe zum Aufbruch an.
Die Entscheidung war richtig. Das Wetter hielt zwar wirklich gut an, aber wir brauchten viel Zeit für den Abstieg über den Riffelriss. Dieser sollte erneut zur Mutprobe werden und an die konditionellen Grenzen gehen.

Wir wurden durch Drahtseil gesicherte Klettereien geführt, bei der es neben uns steil den Berg hinabging. Wir halfen uns gegenseitig und teilten uns perfekt auf. Die zwei erfahrenen Frauen halfen den unerfahrenen Frauen. Diese Teamarbeit und das Vertrauen zueinander ermöglichte es, dass alle wohlbehalten unten ankamen.


Bevor wir wieder in die Waldvegetation kamen, schlitterten wir das Geröll hinab, als würde es sich um Schnee handeln. Ein Schrittweises vorgehen war kaum möglich. Wir nahmen alle Möglichkeiten des Felsens wahr, um uns festzuhalten. Vorteil am Geröll war wohl, dass wenn man ausrutschte, nicht wirklich tief fallen konnte. Dennoch wurde oft die „Po-Rutsch-Methode” angewendet. Jede hatte so eine neue Technik für sich gefunden, um da irgendwie heile runterzukommen. Die Eine hielt die Andere am Rucksack fest und vermied so das Ausrutschen. Das andere Gespann half sich, in dem die Vorausgehende der Nachkommenden Halt bot. Von oben sahen wir Wanderer, die wieder umkehrten, als sie uns von oben kommen sahen.
Erleichterung trat ein, als wir den „normalen” Wanderweg erreichten. Der Kopf musste erst einmal wieder verstehen, dass die Anstrengung vorbei ist und die Signale an die Beine senden, dass normales Laufen wieder möglich sei.
Unser Füße wurden leichter, es wurde wieder geschwätzt und gelacht. Erleichterung war zu spüren. Unmerklich beschleunigten wir unseren Gang so sehr, dass wir tatsächlich noch den letzten Zug der Riffelbahn an der Haltestelle “Riffelriss” erreichten. Eigentlich gingen wir davon aus, dass wir den kompletten Weg zum Eibsee nach unten laufen würden.


Dem Zufall und dem Nebel sei Dank!

Die Fahrt nach unten zum Parkplatz der Zugspitze und des Eibsee kam genau richtig und rundeten das Erlebnis ab. Entspannt traten wir die Heimfahrt an.

Möchtest Du auch diese Tour gehen?

Dann komme gerne mit 🙂

Wir beginnen unsere Reise in Garmisch-Partenkirchen, laufen nach Hammersbach und steigen zur Höllentalklamm auf. Anschließend geht es weiter hinauf zur DAV Höllentalangerhütte, auf der wir die Nacht verbringen. Am letzten Tag steigen wir zum Riffelkopf auf und zum Eibsee ab. Die Tour ist leicht anspruchsvoll. Bist Du bereit dafür?


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